Lydia hat bei Ahead Health zu arbeiten begonnen. Ich will die Chancen nutzen, um mich persönlich vom Angebot der Firma in Kenntnis zu setzen. Am Montag soll ich in die Röhre, davor gibt es Wochenendprogramm beim Tochterherz. Wir treffen uns Freitag und lassen die Woche am Abend bei Frisk Fisk ausklingen. Ein Norweger serviert in Zürich und trotzdem schrecken mich die Preise nicht sehr. Dank sei der Inflation in Österreich, denn durch sie wird es in Österreich im Vergleich zur Schweiz teurer und der Preisschock damit geringer. Wilde Welt!
Am Samstag treffen wir Thomas und seinen TomBot von TomFit. Seine Maschine steht in neuer Version da und ist wahrlich eine deutliche Verbesserung. So stimulieren wir unsere Muskulatur in kurzer Zeit. Wer brav andrückt, bringt Blumen am Bildschirm zum Blühen. Jede Blume steht für einen Tag mehr Vitallebenszeit. Menschen mögen das, wir füllen unsere Vasen mit Sträußen. Danach füllen wir noch die Mägen mit den notwendigen Speisen in einem Lokal hinter der Oper. Thomas und Lydia diskutieren die Auswirkungen der AI auf die Arbeitsprozesse. Ich staune nur so und spüre die Auswirkungen der Tatsache, dass mein Retirement vor 10 Jahren wahrlich early war. Ich hatte schon damals Gewissheit, dass durch meinen Ausstieg aus der Berufswelt Entwicklungen an mir vorbeiziehen werden. Diese Entwicklung zieht aber nicht vorbei, sie fetzt vorbei. Schauen wir, was da kommen mag!
Nach dem Lunch absolvieren Lydia und ich am frühen Abend noch ihre Hausrunde am Rennrad. Dazu hat sie für mich ein Rennrad ausgeliehen – edles Teil. Es geht auf die Albispasshöhe. Ein kleines Stück südlich von Zürich beginnt die Schweizer Heidi-Welt – nice! Ich lege mich ins Bett im 25hours Hotel, voller Eindrücke kehrt rasch Ruhe ein.
Der Sonntag bringt nochmals eine Radtour. Mit Lydia und Nico geht es um den Zürichsee. Ich habe für die harmlose, flache aber lange Route gestimmt, da ich meine Blutwerte am Montag nicht irgendwohin schießen möchte. Rund 70 Kilometer sind geplant. Das wird meine längste Strecke seit Jahrzehnten. Der PSA-Wert wird am Montag in Höhen sein. 😉
Die Tour ist lange, aber geht zum Glück nicht an die Substanz. Einmal kehren wir in ein Café ein, wo ich reichlich Kohlenhydrate nachfüllen kann und ein andermal pausieren wir am See zehn Kilometer vor dem Ende, um ordentlich zu lunchen.
Nur mit der Ankunft in Zürich ist der Tag noch nicht zu Ende. Von Lydias Wohnung geht es in der Limmat zum Bahnhof. Dazu bekomme ich eine Leihbadehose gestellt. Der Rest wird wasserdicht in Lydias Schwimmbeutel verstaut. Schweizerischer geht es wirklich nicht. Korrekt wäre es, vom Steg in die Limmat zu springen, aber dabei würde ich meine Kontaktlinsen riskieren. So wählen wir vati-gerecht die Leiter. Kaum sind wir im Wasser beginnt es zu tröpfeln, Wind kommt auf. Es entwickelt sich rasch ein Wolkenbruch mit Sturmböen. Das hat was! So treibe ich im Wasser und erinnere ich mich an heftige Windsurfbedingungen vor Jahrzehnten. Noch gut amüsiert über die wilden Bedingungen, spüre ich einen Stich am Kopf – plonk! Okay, keine Matte mehr wie vor Jahrzehnten auf der Schädeldecke, die eine schützende Wirkung entwickeln könnte – oha! Weiter geht es – plonk … plonk, plonk! Aua! Man sieht es nun am Wasser gut, wir sind Hagel ausgesetzt. Windböen haben ein aufblasbareres Kissen losgerissen, das mir Lydia als Schutz anbietet. Gute Idee, aber schwierig in der Umsetzung, denn, wenn ich mir das über den Kopf halte, gehe ich unter. Das Kind will mich umbringen! Aber so ist es nicht, eine Erinnerung fürs Leben bildet sich aus, und das ist gut so! Wieder aus dem Wasser zeigen sich meine Leichenfinger – all diese Eindrücke sind offensichtlich eine intensive Abwechslung von meinem sonstigen Tagesablauf. Zurück geht’s in den nassen Sachen Richtung Hotel – man gewährt mir eine kurze Verschnaufpause.
Nico lädt am Abend zu sich ein, wo er herrlichen Flammkuchen anbietet. Dabei erzählt er, dass er sich mit zwei Kollegen zum Chasing Cancellara Ende Juni angemeldet hat. Das ist ein Radrennen mit Start um zwei Uhr morgens in Zürich. Bis 17 Uhr muss man Andermatt erreicht haben. Ein Tag mit 200 Kilometer und 4.700 Höhenmeter sind zu bewältigen. Jeder aus dem Dreier-Team muss zeitgerecht durchs Ziel. Fein, ein bisserl Peer-Pressure. Okay, da bin ich nicht dabei. Obwohl, ich war eh nicht eingeladen. Da darf sich die Jugend messen.
Am Montag dann die Untersuchung. Lydia begleitet mich in die Klinik Hirslanden. Vorzüglich werde ich empfangen. Die Untersuchungen sind kein bisserl anstrengend. Beim MRT döse ich gar ein. Die Ergebnisse kommen eine Woche nach der Untersuchung. Das geht alles so friktionsfrei, dass ich sogar auf den früheren Flug umbuchen kann.
Intensive Wochenende mit medizinischem Auftrag – passt!





























































































